Bauherren sind oft zu optimistisch

Das Eigenheim gilt noch immer als beliebteste Altersvorsorge in Deutschland. Eine Immobilie zu errichten (bzw. errichten zu lassen) ist allerdings eine größere Herausforderung, als die meisten Bauherren ahnen.

Drei von vier Bauten werden einer aktuellen Studie zufolge teurer und später fertig als geplant. Bei jeder vierten Immobilie wird der planmäßige Fertigstellungstermin um mehr als drei Monate überschritten. Jeder zehnte Bau kostet am Ende an die 30 Prozent mehr als veranschlagt. „Bauprojekte folgen häufig einem sehr engen Zeitplan. Da die Arbeiten aufeinander aufbauen, können selbst kleine Verzögerungen zu einem Dominoeffekt führen“, erläutert Prof. Dr. Evi Hartmann von der Universität Erlangen-Nürnberg, die die Studieautoren wissenschaftlich beraten hat.

Diese Stressfaktoren führen häufig auch zu emotionalem Stress der Beteiligten. So gab jeder dritte Bauherr an, dass die Stimmung in seiner Familie durch das Bauvorhaben belastet sei.

Oftmals führen solche Umstände zu fatalen Fehlentscheidungen.

  • Die Wohnung wird zu früh gekündigt um Geld zu sparen. Wenn das neue Heim noch nicht fertig ist, dann müssen die Bauherren auf eine Baustelle ziehen. Dies kann erhebliche finanzielle und gesundheitliche Folgen haben.
  • Der Finanzierungsrahmen wurde zu eng gesteckt, so dass zusätzliche Kosten nicht tragbar sind. Eine Nachfinanzierung wird sehr teuer, da es sich meist nur um geringe Beträge handelt, kommt nur ein Privatdarlehen infrage. Oder das Objekt kann aus Kostengründen nicht fertig gestellt werden. Was Dann?
  • Existenzielle Versicherungen werden nicht abgeschlossen, oder Aufgrund von Kostensteigerungen gekündigt. Damit kann im Ernstfall die gesamte Finanzierung und die Zukunft der Familie aufs Spiel gesetzt werden. Was geschieht bei längerer Krankheit oder Verlust der Arbeitskraft?

Eine mangelhaft Planung des Bauvorhabens kann viele vorhersehbare Folgen haben. Eine ganzheitliche Betrachtung ist unerlässlich und dringend angeraten.

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