„Bürgerfonds“, warum der vermutlich nicht kommt

Mit Begriffen wie Staatsfonds,Bürgerfonds und Deutschlandrente sorgen staatliche Institute für ein Gefühl, der Staat wird es schon richten.

Bürgerfonds,Staatsfonds,Deutschlandrente

Allen Warnungen vor Altersarmut zum Trotz:

Noch immer verzichtet ein Großteil der Deutschen auf eine nennenswerte private Vorsorge. Wie die absehbare Rentenlücke wirksamer zu schließen sein könnte als mit den vorhandenen Förderinstrumenten, wird seit Jahren diskutiert. Auch kreativere Ideen wie die „Deutschlandrente“ werden dabei in den Ring geworfen. So nun ebenfalls vom Münchener ifo-Institut, das kürzlich mit einem neuen Vorschlag für Aufsehen sorgte, wie man der Altersvorsorgemüdigkeit der Deutschen abhelfen könnte: mit einem „Bürgerfonds“, an dem sich jeder Bürger zwangsweise als „Kreditgeber“ beteiligen müsste.

Der Bürgerfonds soll das Geld dann an der Börse anlegen.

Aufgrund seiner guten Bonität könnte er das billige Geld zur Erzielung guter Renditen nutzen und die Differenz als Gewinn einheimsen. Dieser wiederum soll bei einem Unterschied von 200 Basispunkten bei 16.000 Euro pro Bürger liegen. Die Summe bekäme man einmal in 50 Jahren ausbezahlt. Wie die „Frankfurter Allgemeine“ ausgerechnet hat, würde die Rente damit pro Kopf um etwa 70 Euro monatlich aufgestockt werden können. Wenn das Investment auf Pump aufgeht.

Ist es eine tolle Idee?

Spätestens an dieser Stelle sollte jedem klar sein, dass nur eine vernünftige eigene Planung zum Aufbau der finanziellen Sicherheit beiträgt.

Wie lange reichen 16.000 € oder 70 € Rentenzahlung?

Wird damit die Rentenlücke geschlossen? Dies ist eher eine Beruhigungspille für das Wahlvolk als ein wirklicher Lösungsansatz. Ein ganz Gefährlicher noch dazu! Am Ende aber gern mehr.

Hier eine kleine Musterberechnung​

Was sind 16.000 € in 50 Jahren Wert?

Unter Berücksichtigung der Inflation von 2 % und den Zins von 1% für die Kreditaufnahme, muss der Staatsfonds also nach Abzug der Kosten mindestens 5,1 % Nettorendite erzielen, damit die anvisierten 200 Basispunkte Differenz zu erreichen sind.

Achtung Risiko!!!!

Der Hinweis kann nicht groß genug sein.

Eine Anlage auf Pump, davor warnt schon jeder Verbraucherschützer. Jetzt soll der Staat Schulden aufnehmen und einen Staatsfonds damit aufbauen? Die Riesterrente soll zur Stärkung der Kapitalbasis mit eingehen und eigene Gelder der Bürger auch? 

Risiken:

  • Steigende Refinanzierungskosten durch sinkende Bonität des Staates. Dann geht die Rechnung den Bach runter.
  • Politische Risiken einer sich verändernden Welt. Im Staatsfonds gleich wesentlich höher, da nicht flexibel.
  • Nachhaltig und Ökologisch? „Da muss ich schmunzeln.“ Durch staatliche Nachfrage steigen die Preise für die Anlagen. Der Markt wird damit künstlich angetrieben. Gewinne lassen sich so nicht nachhaltig erwirtschaften. Es müssen reale Gegenwerte vorhanden sein um Nachhaltig zu investieren. Das beste Beispiel sind die steigenden Immobilienpreise und nachfolgend die Mieten.
  • Die schlichte Größe lässt sich schwer bändigen. Der Staatsfonds will sicher  nicht einfach ganze Unternehmen kaufen. 
  • Wertschöpfung auf Kosten der Verlierer.

Für mich hört sich das Modell weder ethisch, nachhaltig oder ökologisch an. Es ist ein besonders spekulatives Anlagekonstrukt. 

Ein Blick auf staatliche Pensionsfonds

In Bayern,Hessen oder Sachsen Anhalt laufen die Bematenrückstellungen nicht gerade rosig. Wenn diese Anlagen dann auch noch auf Kredit finanziert wären, dann würden sich diese Fonds wie ein Brandbeschleuniger für die Stattsverschuldung auswirken.

Fazit:

Eine Anlage in Aktien bzw. Aktienfonds ist für den langfristigen Vermögensaufbau, wie zum Beispiel die Rente, die beste Lösung. 

Aber bitte nicht mit Schulden und staatlich oder  politisch motiviert. 

Die Stärkung der Eigenverantwortung und des Bewusstseins für die Zukunftsaufgaben und Problemstellungen sollte in den Fokus rücken. 

Mit solchen unsinnigen Modellen werden die Probleme nicht gelöst, sondern eher verstärkt.

Warum?

Weil die Mentalität nichts tun zu müssen verstärkt wir, da der Staat ja jetzt die Lücke schließt. Das ist aber Grundlegend falsch. Um die Lücken zu schließen, sind ganz andere Summen zu bewegen. So ist es nur ein kleiner Versuchsballon. Dafür haben wir aber keine Zeit!

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